Saisonalitäten – au Backe!

8. Februar 2010 14:59:20

Die werte und aufgeklärte Leserschaft dieses Weblogs findet, so vermute ich, eher keinen Gefallen an Begründungen von Kursbewegungen, die auf saisonalen Mustern gründen. Als da etwa wäre: “As January goes, so does the year“. Meinereiner (ich gestehe) lässt sich ja im Gegensatz dazu immer wieder mal gerne von solchen Dingen beeinflussen … aehem …

Was mir aber heute die Kollegen von Bloomberg unterjubeln wollen, ist nun wirklich an der Nase herbeigezogen. Deren heutiger  “Chart of the Day” will uns Glauben machen, dass der Euro seinen Höchstkurs gegenüber dem Dollar in diesem Jahr bereits hinter sich hat und vermutlich weiter fallen wird.

Das ist ja gar nicht so abwegig … umsomehr ist es aber die Begründung! Man bezieht sich auf ein saisonales Muster, nach dem der Euro in der Vergangenheit schon des öfteren sein Peak im Januar hatte. Und zwar – haha – sieben Mal in den vergangenen elf Jahren.

Wer ist beeindruckt?

Zudem kommt mir die Pfeile-Pinselei im Chart etwas wirr (und falsch) vor …

Vielleicht gibts bei Bloomberg auch so etwas wie eine Montags-Produktion, von der man lieber die Finger lässt. Menschlich wärs ja.

3 Reaktionen zu “Saisonalitäten – au Backe!”

  1. Ökonom

    Hallo Herr Blümel, die wenigsten Nachrichtenschreiber sind so unabhängig wie sie tun… ;-) Wenn ich den Dollar für 1,50 oder 1,60 günstig kaufen konnte, habe ich ein gewisses Interesse an einer Aufwertung. Entsprechend stark fokussiere ich die Kamera auf PIGS & Co, wohlwissend, dass die USA und Japan bei Zinserhöhungen ähnlich oder sogar schneller an ihre Grenzen stoßen könnten. Oder wie sehen Sie das?

  2. Komodowaran

    Im Gegensatz zu Ökonom@1. glaube ich nicht so sehr daran, dass die USA ihr AAA-Rating so schnell verlieren wird. Da wird so lange getrickst und geschoben werden, dass dieser Fall eben einfach nicht eintreten wird – und wenn er dann doch eintritt (hour of truth), wird es ohnehin zu spät sein – auch für Europa. Und bei Japan weiß ich zwar, dass deren Verschuldung astronomisch ist, aber soweit ich weiß, ist deren Anteil gegenüber dem Ausland eher gering, was eben den entscheidenen Unterschied zu den PIGS ausmacht. Und was die Zinserhöhungen betrifft: die werden wohl so schnell nicht kommen und wenn dann äußerst moderat ausfallen.

    Was nun das Wechselkursverhältnis betrifft, würde ich aber auch meinen, dass der Euro wieder steigen könnte, sobald die Aufwerksamkeit gegenüber den PIGS wieder in den Hintergrund getreten sit. Was aber die kurze Sicht betrifft, so hat Felix Zulauf unlängst gemeint, dass der Euro durchaus noch auf 1,20-1,25 sinken könnte, was durchaus plausibel klingt….. (http://www.n-tv.de/wirtschaft/empfehlungen/tippstrends/Gefahren-der-Geopolitik-article706165.html)

  3. BluemelM

    @ Ökonom
    Es ist sicher eine Frage der Wahrnehmung, die durch Medien ja verstärkt wird. Gerade bei den Währungen. Die PIG-Probleme sind ja tatsächlich nicht neu, werden aber derzeit sicherlich (über)betont. Es wird aber auch wieder die Zeit kommen, wenn die Verschuldung der USA wieder (über)betont wird und der Dollar wieder fällt … ride the waves …

    @ Komodowaran
    oh, sehe gerade, das wir da nehezu einer Meinung sind.
    Danke für den Link, dem Zulauf darf man durchaus Gehör schenken.

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